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"Die Ausstellung will die wahre Welt hinter der Warenwelt enthüllen."
Klingt irgentwie pathetisch, wenn Museumsleiter Günter Krüger das sagt.
Aber wer die 34 Bilder betrachtet, versteht intuitiv, was gemeint ist.
"Stilles Leben" hat der Kölner Fotograf Dieter Klein die Ausstellung getauft. Dabei hat er sich bedient aus dem reichen Fundus an Strandgütern der Geschichte, die Krüger auf den Brühler Dachböden und Kellern für sein Museum gesammelt hat: hier ein Öllämpchen aus dem 18. Jahrhundert, dort eine Weinflasche aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Bierflaschen aus der Brühler Schlossbrauerei von 1920 neben einem Glas aus fränkischer Zeit und einem Brikett der Gruhlwerke. Oder ein fast bis auf den Stiel abgewetzter Holz-Kochlöffel aus den 60ern. Dinge, die Geschichten erzählen. Unscheinbar, geheimnisvoll.
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Dieter Klein, der seit vielen Jahren auch für den "Kölner Stadtanzeiger" fotografiert, hat daraus Stilleben komponiert, mit drei, vier Gegenständen Bögen über die Jahrhunderte gespannt.
Obwohl mit hochmoderner digitaler Kamera aufgenommen und mit einer digitalen Druckmaschine produziert, entfalten die Fotos einen eigenen Zauber und kommen wie Gemälde alter Meister daher.
Die Dinge wecken Faszination am Einfachen, Stillen. "Hier sind Zeit und Welt angehalten", sagt Krüger.
Die beiden Künstler, die seit 20 Jahren befreundet sind, haben Fotos und Texte in einem aufwendig gestalteten Fotoband mit dem Titel "Strandgut der Geschichte" verewigt. |
Der besondere Clou der Ausstellung: Die Bilder hängen jeweils über Glasvitrinen. In denen haben Krüger und Klein die Gegenstände auf den Fotos noch mal als Originale zusammengestellt. Exakt diesselbe Komposition und eine verblüffend andere Wirkung: Hier die nüchternen Gegenstände, die dort plötzlich ein Eigenleben entwickeln, faszinierend und sonderbar fremd zugleich. "In der Ausstellung wird das Einfache zum Ereignis", sagt Krüger, der die Bilder durch eigene philosophische Texte erganzt hat.
Kölner Stadtanzeiger, 2./3. Februar 2002
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Welch kreative Früchte die Freundschaft zwischen einem Museumsleiter und einem Fotografen tragen kann, offenbart sich in der aktuellen Ausstellung des Museums für Alltagsgeschichte.
Seit über zwanzig Jahren kennen sich Günter Krüger und der Kölner Fotograf Dieter Klein, der schon viele Male in dem kleinen Brühler Museum zu Gast war.
Mehr durch Zufall entstand die Idee, aus den Tausenden von Exponaten, die Krüger hier angehäuft hat, ausgewählte Stücke zu kleinen Stilleben zu arrangieren.
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Mit sicherem Gespür kombinierte Dieter Klein banale Gegenstände miteinander - Glas und Flasche, eine Reihe kleiner Ölkännchen, Braunkohlebrikett und Türschloß, Ofenkachel und Hufnagel, die auf seinen stimmungsvollen Fotos unvermutet eine kostbare, geheimnisvolle Aura erhalten. Kleins Fotografien erinnern so stark an Malerei, dass die Grenze zwischen den beiden Disziplinen nahezu aufgehoben scheint. "Das Einfache wird zum Ereignis", kommentiert Krüger die raffiniert ausgeleuchteten Bilder, die mit ihren schlichten, ästhetischen Arrangements an altmeisterliche Stilleben erinnern.
36 dieser Fotografien hat Klein zu einer aufwendig gestalteten Kassette mit dem Titel "Strandgut der Geschichte" zusammengestellt, die durch Texte von Günter Krüger ergänzt werden.
Mit der Ausstellung "Stilles Leben" erinnert der Museumsmann jetzt an den Entstehungsprozess. In einer Reihe von Vitrinen hat Krüger die Stilleben, die Dieter Klein fotogarfiert hat, nachgestellt, was zu einer bezwingenden Wirkung führt.
Wandert zunächst der Blick des Betrachters noch prüfend zwischen dem Bild, das Klein mit einer digitalen Druckmaschine auf eine hochwertige Folie gedruckt hat, und dem Stilleben hin und her, so dauert es nicht lange, bis man sich entspannt dem Anblick dieser unspektakulären Utensilien überlässt, die allenfalls durch die Spuren des Alters geadelt werden.
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"Hier ist die Zeit angehalten", so empfindet es Günter Krüger, "Dieter Klein hat das Leben stillgestellt". Krüger hat den Vitrinen und den Bildern philosophische Texte beigestellte, die zum Innehalten und zum Nachdenken anregen sollen. Denn in einem ist der Initiator des Museums für Alltagsgeschichte ganz sicher: "Die Dinge reden zu uns".
Kölnische Rundschau, 31. Januar 2002
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